GLOBE H₂ 3D-Welt
Interaktive 3D-Welt der Wasserstoff-Wertschöpfungskette für Messestand und Web. Modelldaten um 76 Prozent reduziert, 70 bis 120 Bilder pro Sekunde.
Die Aufgabe
GLOBE Fuel Cell Systems baut Wasserstoff-Technologie. Das Problem beim Erklären: Die Wertschöpfungskette von der Erzeugung über Transport und Speicherung bis zur Anwendung ist abstrakt, verteilt und auf einem Messestand in zwei Minuten kaum zu vermitteln.
Statt einer weiteren Foliensammlung sollte eine begehbare 3D-Welt entstehen, in der Besucher die Stationen selbst ansteuern. Sie musste zwei Umgebungen gleichzeitig bedienen: den Touchscreen am Messestand, wo Verlässlichkeit über alles geht, und den normalen Browser, wo sie auf unbekannter Hardware laufen muss.
Die schwierige Stelle
3D im Browser scheitert selten am Aussehen, sondern am Gewicht. Die ursprünglichen Modelldaten waren so groß, dass die Szene auf schwächerer Hardware ins Stocken kam und der erste Ladevorgang zur Geduldsprobe wurde.
Der größte Hebel lag im Speicher für Texturen, der bei 1.085 MB begann. Dazu kam ein Detail, das lange niemand einordnen konnte: Die Gebäude sahen durchgehend schmutzig aus. Ursache war kein Fehler in der Beleuchtung, sondern ein metallicFactor: 1 aus dem Modell-Export, der jede Fläche wie rohes Metall behandelte.
Das Ergebnis der Optimierung:
- Modelldateien: 101,6 MB → 24,8 MB (minus 76 Prozent)
- Texturspeicher: 1.085 MB → 191 MB (minus 82 Prozent)
- 70 bis 120 Bilder pro Sekunde in der Messung
Damit wurde ein zusätzlich geplanter Kompressionsschritt überflüssig, was Aufwand und eine weitere Fehlerquelle gespart hat.
Für den Messestand gebaut
Ein Kiosk am Messestand hat eigene Anforderungen, die im Web keine Rolle spielen:
- Offline-Betrieb: Ein eigener Build läuft ohne Internet, weil Messe-WLAN keine Betriebsgrundlage ist.
- Watchdog und Startskript: Der Rechner fährt hoch, die Anwendung startet, und wenn sie abstürzt, kommt sie von allein zurück. Niemand am Stand soll ein Terminal öffnen müssen.
- Auto-Tour: Nach zwei Minuten ohne Eingabe fährt die Szene selbstständig die Stationen ab und wird wieder zum Blickfang, statt auf einem verlassenen Zwischenzustand stehen zu bleiben.
- Begrenzte Steuerung: Zoom und Kamerawege sind eingegrenzt, damit sich niemand aus der Welt herausbewegen und den Stand in einem kaputten Zustand hinterlassen kann.
Inhalte ohne Entwickler pflegbar
Die Texte aller Stationen liegen in einem Redaktionssystem, zweisprachig. GLOBE kann Inhalte ändern, ohne dass jemand die 3D-Anwendung anfassen muss. Fehlt eine Übersetzung, greift eine Rückfallebene statt einer leeren Karte.
Ergebnis
Die 3D-Welt wurde im August 2026 abgenommen und läuft im Web sowie als Offline-Kiosk. Das Projekt wurde vollständig übergeben: eigenes Repository, Hosting im Konto des Kunden, Zugänge zum Redaktionssystem, dazu eine Einrichtungsanleitung für die Kiosk-Hardware.